KESS und mentaler Trainingspfad als Integrationshelfer und Spontanprojekt

Abgeordneter Georgos Chatzimarkakis stellt „Volkenschwander Modell“ EU-Parlament vor


Von Judith Popp - Hallertauer Zeitung 28.07.2008

Mainburg/Kelheim. Europaweit will Georgos Chatzimarkakis KESS und den mentalen Trainingspfad bekanntmachen. Der für Bayern zuständige FDP-Europaabgeordnete überzeugte sich am Freitag vor Ort von den beiden innovativen Projekten der Volkenschwander Grundschule, die ihn sofort begeisterten. Nun will er einer Kommission des EU-Parlaments das Volkenschwander Modell vorstellen. Als „pädagogische Feuerwehr“ und Integrationshelfer sollen die Bildungsprojekte dienen.

Sehr interessiert zeigten sich auch FDP-Bezirksvorsitzender Dr. Heinz Kroiss, der Mainburger Ortsvorsitzende Theodor Denzer und die bildungspolitische Sprecherin Maximiliane Biedermann, die Chatzimarkakis bei seiner Stippvisite begleiteten. Bei KESS übernehmen Eltern die Beaufsichtigung der Kinder am Nachmittag. Dabei bieten sie nicht nur Hausaufgabenbetreuung an, sondern auch Beschäftigungsmöglichkeiten im künstlerischen, handwerklichen und wissenschaftlichen Bereich. In einem Lehrgang qualifizieren sich die Eltern für das Projekt. KESS kann als Spontanprojekt bei Katastrophen gezielt eingesetzt werden, erklärte Schulleiter Hans Dasch. Für traumatisierte Kinder sei qualifizierte Betreuung notwendig. Dem stimmte auch Biedermann zu, die schon ein ähnliches Projekt beim Jahrhunderthochwasser 1999 in Neustadt ins Leben gerufen hatte. Das Projekt trägt auch zur Integration der Bürger mit Migrationshintergrund bei. Auch ausländische Eltern können sich über KESS qualifizieren und Beschäftigungsmöglichkeiten anbieten. „Stellen sie sich vor, welche Schätze wir da noch heben können“, begeisterte sich Dasch. Die KESS-Experten sollen dabei in keinster Weis den universitär ausgebildeten Lehrer ersetzen, betonte der Schulleiter. Die Eltern arbeiten vielmehr den Lehrern hinzu. Daher werde auch kein Pädagoge „eingesperrt“, antwortete er auf die Frage von Andreas Fischer. Das Projekt finanziert sich durch Zuschüsse aus dem bayerischen Kulturfonds sowie über Spenden von Firmen. Den Eltern entstehen dadurch keine Kosten.
Mit dem mentalen Trainingspfad versucht die Grundschule, die Leistungsfähigkeit der Schüler zu steigern. Biomenthale Methoden wie richtig essen, viel trinken und genügend Sauerstoff sowie Gehirnjogging (Aufmerksamkeitsübung) und Sinnesreize tragen dazu bei. „In einem Dreivierteljahr haben wir so den durchschnittlichen IQ von 95 auf 105 Punkte gesteigert“, berichtete Hans Dasch stolz.
Der Gehirnforscher Professor Siegfried Lehrl von der Universität Erlangen betreut die Methode. Die Visualpädagogik (positive Bilder im Kopf) soll den Leistungsdruck von den Kindern nehmen. „Das ist auch ein wesentlicher Punkt im Parteiprogramm, wir wollen die Erwartungshaltungen an die Schüler vermindern“, freute sich Fischer.

Ich werde all diese Ideen und Anregungen aufgreifen und in Europa weitergeben“, versprach Georgos Chatzimarkakis.

 

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Staatsminister für Unterricht und Kultus, Dr. Ludwig Spaenle, Schirmherr von KESS
Minister Dr. Spaenle, Schirmherr von KESS

"Schule braucht starke Erziehungspartner"

Dr. Ludwig Spaenle, anlässlich der Schirmherrschaft über das Projekt KESS – Kompetenz für Schule und Schulleben der Volkshochschule Mainburg:

Grußwort des Bayerischen Staatsministers für Unterricht und Kultus (PDF Download)


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